Paralleltest - Reliabilität

Um Einflussfaktoren wie zum Beispiel den Übungs- oder Erinnerungseffekten, welche einen negativen Einfluss auf die Reliabilität eines Tests haben, entgegenzuwirken, wählt man häufig die Paralleltest - Reliabilität.

 

Hierbei werden zwei äquivalente Testformen verwendet, die inhaltlich weitestgehend ähnliche Items (Itemzwillinge) besitzen, d.h. exakt dasselbe Merkmal messen. Diese beiden Testformen werden der gleichen Stichprobe von Testpersonen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten dargeboten.

 

Als parallel angesehen werden die zwei Testformen  dann, wenn sie trotz ungleicher Itemstichproben trotzdem zu den gleichen Varianzen der Testwerte, sowie zu denselben Mittelwerten führen.

 

Errechnen lässt sich die Reliabilität anhand der Korrelation zwischen den beiden Tests.

 

Die Anforderungen der Paralleltest-Methode sind häufig schwierig zu erfüllen, da sie voraussetzt, dass sich beide Testversionen formal möglichst ähneln und ähnliche Inhalte aufweisen.

 

Eine niedrige Paralleltest-Reliabilität lässt sich somit entweder darauf zurückführen, dass die Testformen nicht das gleiche Merkmal messen oder dass bei der Messung große Messfehler aufgetreten sind.

 

Quellen:


Sedlmeier, P. & Renkewitz, F. (2008). Forschungsmethoden und Statistik in der Psychologie.München: Pearson Studium.

 

Moosbrugger, H. & Kelava, A. (2008). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg: Springer-Verlag.

 

Bühner, M. (2006). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion. München: Pearson Studium.