Reliabilität - Hauptgütekriterium

Bei der Reliabilität handelt es sich um die Zuverlässigkeit ( Genauigkeit), mit der ein Test ein Merkmal misst.

 

Nicht relevant ist hierbei, ob es sich bei dem Merkmal, welches der Test misst, auch um dasjenige handelt, welches er zu messen beabsichtigt.

 

Ermittelt werden kann die Reliabilität über den Reliabilitätskoeffizienten, welcher einen Wert zwischen 0 und 1 erreichen kann.

  • Rel. = 1 bedeutet, dass der Test ohne Messfehler misst und eine Testperson auch bei einer Wiederholung des Test (unter genau denselben Bedingungen) genau das gleiche Testergebnis erzielen würde.
  • Rel. = 0 hingegen bedeutet, dass das Testergebnis allein durch Messfehler zustande kam.
  • Faustregel: der Reliabilitätskoeffizient sollte nicht < 0.7 sein.

 

Verfahren anhand derer das Ausmaß der Reliabilität bestimmt werden kann sind:

  1. Paralleltest-Reliabilität
  2. Retest- Reliabilität
  3. Testhalbierungs-Reliabilität
  4. Interne Konsistenz.

 

Eine Voraussetzung für Reliabilität stellt die Objektivität dar.  Die Erklärung hierfür ist einfach: wenn ein Testergebnis davon abhängt wer den Test durchführt, auswertet oder interpretiert, dann kann der Test auch nicht zuverlässig und exakt messen.

 

Jeder Messwert kann demzufolge mit einem Messfehler behaftet sein. Daraus ergibt sich, dass die Reliabilität formal definiert werden kann als der Anteil der wahren Varianz an der Varianz der beobachteten Messwerte.

 

 

Quellen:


Sedlmeier, P. & Renkewitz, F. (2008). Forschungsmethoden und Statistik in der Psychologie.München: Pearson Studium.

 

Moosbrugger, H. & Kelava, A. (2008). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg: Springer-Verlag.

 

Bühner, M. (2006). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion. München: Pearson Studium.