Fairness - Nebengütekriterium

Ein Test ist dann als fair zu beurteilen, wenn er für die Testperson nicht zu einer systematischen Benachteiligung führt.

 

Das bedeutet, dass der Test nicht diskriminierend (z.B. Männer vs. Frauen, dunkle vs. helle Hautfarbe) sein darf in seiner Durchführung und in mit ihm verbundenen Schlussfolgerungen.

 

Tests die in diesem Zusammenhang als besonders fair angesehen werden, sind beispielsweise "Culture-Fair-Tests". Das Besondere an ihnen ist, dass sie nicht an hohe sprachliche Kompetenzen gebunden sind (d.h. weder um die Instruktionen zu verstehen, noch um die Aufgaben zu lösen).

 

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Fairness sich vor allem auf Aspekte bezieht, die mit den Inhalten der Items verbunden sind. Demnach kann ein Test als unfair beurteilt werden, wenn er für unterschiedliche Personengruppen verschieden schwierig ist.

 

Es werden jedoch nicht nur die sprachlichen Schwierigkeiten bei der Testbearbeitung betrachtet, sondern auch Aspekte der "Durchführungsfairness". Ein Beispiel hierfür bietet die unterschiedliche Schwierigkeit bei der Bearbeitung eines Tests an einem Computer. Für ältere Personen könnte sich das wesentlich schwieriger gestalten als für jüngere Menschen (was an dieser Stelle nicht diskriminierend wirken soll ;-)).

 

Auch die Normierung und Interpretation des Tests wird bei der Beurteilung der Fairness berücksichtigt.

 

 

Quellen:

 

Moosbrugger, H. & Kelava, A. (2008). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg: Springer-Verlag.

 

 

Bildquellen:

 

http://juph.blogspot.com/2011/02/quote-for-juph-32.html