Bestandteile von Entscheidungen

1. Ziele / Präferenzen

  • Ausgangsfrage: Welches Ziel soll mit der Entscheidung erreicht werden?
  • Ohne ein vorhandenes Ziel muss auch keine Entscheidung getroffen werden.
  • Ziele sind somit Ausgangspunkte für die Entscheidungsfindung.
  • Sie lassen sich häufig in Zielhierarchien aufgliedern (übergeordnete Ziele, Teilziele, untergeordnete Ziele)
  • sie können sowohl instrumental sein (es besteht eine Mittel-Ziel-Beziehung, d.h. ein Ziel dient als Instrument um ein anderes Ziel zu erreichen)
  • als auch fundamental (Ziel wird also um seiner selbst willen verfolgt)

 

  • Woher können die Informationen stammen, was genau mein Ziel ist?
  • es kann sich zum Beispiel um externe Vorgaben handeln, d.h. in einer Firma gibt die Führungsposition an, woran sie hauptsächlich interessiert ist--> Beispiel: Steigerung des Umsatzes
  • es kann sich um strategische Ziele handeln, d.h. das eine Firma beispielsweise ein gutes Image erreichen will
  • die Informationen können auch direkt von betroffenen Personen kommen, d.h. alle Betroffenen geben an, woran sie interessiert sind
  • die Informationen könnten aus vorherrschenden Mängeln resultieren, d.h. eine Firma schaut beispielsweise danach, welche Klagen ihre Kunden äußern und was sie verbessern müssten
  • die Informationen könnten jedoch auch aus einem Vergleich zwischen bereits vorliegenden Alternativen stammen, d.h. es wird beispielsweise im Rahmen verschiedener Trainingsprogramme geschaut, wie sich verschiedene Maßnahmen auswirken und ob die Möglichkeit besteht, eine bestimmte Maßnahme durchzuführen oder darauf zu verzichten

 

  • Welche Anforderungen werden an die Zielsysteme gestellt?
  • sie müssen vollständig sein
  • es darf keine Überlappung der Fundamentalziele geben (Redundanzfreiheit)
  • sie müssen messbar sein
  • sie müssen eindeutig sein
  • es muss Präferenzunabhängigkeit bestehen, d.h. die Erreichung eines Zieles sollte keine Auswirkungen auf ein anderes Ziel haben
  • und sie sollten einfach sein

 

2. Alternativen / Optionen

  • Entscheidungen werden immer zwischen verschiedenen Alternativen getroffen.
  • Alternativen können dabei alles mögliche sein: Objekte, Handlungen, Strategien, Regeln usw.

 

  • Wie werden Alternativen generiert?
  • Gesteuert wird die Generierung von Alternativen durch die Zielsysteme
  • Sie können durch Ursache-Wirkungs-Analysen generiert werden, z.B. anhand eines MIttel-Ziel-Netzwerkes (hierbei wird geschaut, mit welchen Mitteln, welche Ziele erreicht werden und die einzelnen Alternativen werden gegeneinander getestet und abgewägt)
  • Um zu wissen welche Alternativen man suchen muss, muss man wissen was das Optimum ist (Ideal-Alternativen)
  • Alternativen können auch durch die Erweiterung des Kontextes generiert werden, indem z.B. die Instrumentalziele durch Fundamentalziele ersetzt werden
  • Sie können jedoch auch durch eine Aufgabenzerlegung entstehen, d.h. man zerlegt ein Ziel in mehrere Teilziele und optimiert anschließend jeden einzelnen Teilaspekt. Die verschiedenen optimierten Teilaspekte werden anschließend miteinander kombiniert.
  • Verschiedene Alternativen können auch durch bestimmte Kreativitätstechniken hervorgebracht werden (Bsp: Brainstorming).

 

  • Wie kann eine Vorauswahl von Alternativen getroffen werden?
  • Das Ziel besteht immer darin, die Anzahl der Alternativen von Anfang an so gering wie möglich zu halten,
  • da eine endgültige Analyse umso aufwendiger ist, je mehr Alternativen zur Verfügung stehen.
  • Es gibt verschiedene Regeln und Richtlinien zur Begrenzung der Alternativen:
  1. Restriktionen: Hierbei wird ein Minimum festgelegt, welches die Alternativen auf jeden Fall erfüllen müssen. Ein Beispiel hierfür wäre das zur Verfügung stehende Budget, oder die Mindestanforderungen die ein Bewerber erfüllen muss.
  2. Anspruchsniveau: Hierbei werden bestimmte Grenzen festgelegt, die die Alternativen nicht überschreiten dürfen. Ein Beispiel hierfür wäre der Numerus clausus bei bestimmten Studiengängen.
  3. Dominanz: Hierbei werden die Alternativen paarweise miteinander verglichen und diejenige welche schlechter abschneidet, bzw. durch die andere Alternative dominiert wird, wird ausgesondert (Eine Alternative A ist dann durch eine andere Alternative B dominiert, wenn sie in keinem ihrer Attribute besser ist als B, aber in mindestens einem Attribut schlechter.)

 

3. Ereignisse

Bei Entscheidungen unter Risiko kann es vorkommen, dass zwischen meiner Entscheidung und meinem Ziel etwas dazwischen kommt.

 

 

4. Wirkungen / Konsequenzen

  • Jede gewählte Alternative führt zu einer bestimmten Konsequenz, welche messbar sein muss.

 

  • Welche Aspekte der Wirkungen / Konsequenzen  sind zu beachten?
  • Es muss abgewogen werden, ob eine Konsequenz mit Sicherheit eintritt oder nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.
  • Ist die Wirkung hinsichtlich eines Attributes beschreibbar (z.B. Geld) oder hinsichtlich mehrerer Attribute (z.B. Preis, Handhabung, Qualität)
  • Besitzt die Wirkung einen subjektiven Wert oder einen objektiven Wert
  • Es muss sich auch die Frage gestellt werden, wie die Wirkungen operationalisiert werden
  • und welche Alternativen von anderen Alternativen dominiert werden.
  • All diese Aspekte sind entscheidend für das Ausmaß der Zielerreichung!