Das additive Modell

Entscheidung bei Sicherheit

Bei Entscheidungen unter Sicherheit sind die Konsequenzen und Wirkungen einer Entscheidung vorhersagbar.

 

Deshalb ist der Wert einer bestimmten Alternative berechenbar:

 

Der Wert (v) einer Alternative (a) = die Summe aus den Produkte der Zielattribute (Wert * Gewichtung).

 

Daraus ergibt sich, dass diejenige Alternative die Beste ist, welche die höchste Summe erreicht.

 

Bei dem additiven Modell handelt es sich um ein weit verbreitetes Modell, welches sich unter anderem in z.B. Meinungsumfragen oder bei Stiftung Warentest wiederfinden lässt.

 

Ein Problem der Methode ist häufig die Auswahl der Zielattribute, d.h. die Aussage des Modells ist dann wenig wert, wenn die Zielattribute nicht genau das messen, was sie messen sollen.

 

 

Beispiel für additives Modell
Beispiel für additives Modell
Beispiel für Additives Modell: Stiftung Warentest
Beispiel für Additives Modell: Stiftung Warentest

Woraus ergibt sich der Wert eines Zielattributes?

Der Wert eines Zielattributes kann durch 2 verschiedene Methoden ermittelt bzw. eingeschätzt werden:

  1. Direct-Rating-Methode
  2. Halbierungsmethode.

 

Die Direct-Rating-Methode besteht aus 5 Schritten:

  • Bestimmung der schlechtesten und der besten Alternative, d.h. man bestimmt die z.B. beste Alternative hinsichtlich ihrer Konsequenz auf das Zielattribut.
  • Anschließend werden die einzelnen Alternativen bezüglich ihrer Konsequenzen in eine Rangreihe gebracht,
  • und erhalten in einem nächsten Schritt direkte Werte für ihre Konsequenzen.
  • Im vierten Schritt wird die Wertfunktion normiert, d.h. die schlechteste Alternative erhält eine 0 und die beste Alternative erhält eine 1, alle anderen erhalten Werte zwischen 0 und 1 (hierbei zeigt sich, dass nur der erste und letzte Wert objektiv sind, alle anderen Werte sind subjektiv und können von Person zu Person anders ausfallen).
  • Der letzte Schritt sollte immer eine Konsistenzprüfung sein!

 

Auch die Halbierungsmethode setzt sich aus 5 Schritten zusammen:

  • Als erstes werden wieder die schlechtesten und besten Alternativen bestimmt.
  • Anschließend wird ein subjektiver Mittelwert zwischen diesen beiden ermittelt.
  • Analog zu den ersten beiden Schritten verfährt man auch zur Bestimmung weiterer subjektiver Mittelwerte.
  • Im vierten Schritt wird die Wertfunktion normiert und gezeichnet.
  • Und als letztes sollte  eine Konsistenzprüfung vorgenommen werden.

 

Im Unterschied zur Direct-Rating-Methode können demnach mit der Halbierungsmethode Alternativen geschaffen werden, die nicht tatsächlich existieren (aufgrund der Mittelwertsbildung).

 

Wie werden die Gewichte der Zielattribute ermittelt?

Die Ausgangsfrage hierbei ist: Wie wichtig sind die einzelnen Zielattribute?

 

Die Gewichte der einzelnen Zielattribute lassen sich anhand von 2 verschiedenen Methoden bestimmen:

  1. Direct-Ratio-Methode
  2. Swing-Methode.

 

 Die Direct-Ratio-Methode setzt sich aus 4 Schritten zusammen:

  • Als erstes müssen die Attribute hinsichtlich ihrer Wichtigkeit in eine Rangreihe gebracht werden.
  • Anschließend erhält das unwichtigste Attribut den Wert 1, und dient somit als Vergleichsmaßstab für die Werte der anderen Attribute.
  • Im nächsten Schritt werden die Gewichte normiert. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Summe aller Gewichte 1 ergeben muss.
  • Und als letztes wird eine Konsistenzprüfung vorgenommen.

 

 

Die Swing-Methode läuft in 4 Schritten ab:

  • Als erstes wird die schlechteste Alternative bestimmt, d.h. diejenige, welche die schlechtesten Konsequenzen für alle Zielattribute aufweist. Hierbei handelt es sich meist um eine künstliche Alternative.
  • Anschließend wird jeweils eines der vorliegenden Zielattribute auf den Optimalwert gesetzt. Somit werden die entstehenden künstlichen Alternativen in eine Rangreihe gebracht.
  • Als nächstes müssen alle künstlichen Alternativen mit einem Punktwert bewertet werden (die schlechteste Alternative erhält den Punktwert 0, die beste Alternative erhält den Punktwert 100)
  • Das Gewicht des jeweils besten Zielattributes ergibt sich somit aus der relativen Punktzahl der jeweiligen Alternative. Dabei ist bei jeder künstlichen Alternative jeweils ein Zielattribut optimal.

 

Bildquelle:

 

http://www.netmoms.de/magazin/typo3temp/pics/07d0200d0a.jpg

 

http://cybex-online.com/uploads/RTEmagicC_Tabelle_test_05_2011_DE.jpg.jpg