Wilde-Intelligenz-Test 2 (WIT-2)

Kersting, Althoff & Jäger (2008)

Gesamteinschätzung des Tests:

Bei dem WIT-2 handelt es sich um ein als sehr gut einzuschätzendes, modernes Testverfahren, welches gut theoretisch begründet und in Bezug auf seine Gütekriterien ausreichend ist. Einen großen Vorteil bietet die hohe Transparenz des Tests sowohl für die Anwender als auch für die Teilnehmer.

 

 

Erwerb:

  • Erhältlich bei Hogrefe-Verlag (Göttingen)
  • Preis: 328 €

Einordnung

  • Der Test dient der Erfassung intellektueller Leistungsfähigkeit.
  • Damit zählter zu den Intelligenztests.

diagnostische Zielsetzung

  • Dient hauptsächlich der Anwendung innerhalb der Eignungsdiagnostik,
  • hierbei vor allem in der Berufsberatung oder Studienlaufbahnberatung, in der Personalauswahl sowie in der Personalentwicklung.

theoretischer Hintergrund

  • die theoretische Grundlage des Tests bildet ein erweitertes Thurstone-Modell (MMPMA)

 

Altersbereich

  • Der Test ist für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren anwendbar.
  • Einschränkung : ab 43 Jahren nur geringe Normdaten vorhanden
  • beste Differenzierungsfähigkeit : 14-42 Jahre

 

Aufbau des Tests

  • Der Test besteht aus 11 Subtests,
  • insgesamt 243 Items:

 

Subtests:

  1. Analogien
  2. Zahlernreihen
  3. Abwicklungen
  4. Gleiche Wortbedeutungen
  5. Grundrechnen
  6. Merkfähigkeit
  7. Eingekleidete Rechenaufgaben
  8. Spiegelbilder
  9. E-mails bearbeiten
  10. Wissen-Informationstechnologie
  11. Wissen-Wirtschaft

 

Die 11 Subtests (in Klammern) werden 8 Modulen zugeordnet:

  1. Sprachliches Denken (Analogien, Gleiche Wortbedeutungen)
  2. Rechnerisches Denken (Grundrechnen, eingekleidete Rechenaufgaben)
  3. Räumliches Denken (Abwicklungen, Spiegelbilder)
  4. Schlussfolgerndes Denken (Analogien, Abwicklungen, Zahlenreihen)
  5. Merkfähigkeit (Merkfähigkeit)
  6. Arbeitseffizienz (E-Mails bearbeiten)
  7. Wissen-Wirschaft (Wissen-Wirtschaft)
  8. Wissen-Informationstechnologie (Wissen-Informationstechnologie)

 

  • Module 6-8 sind optional.

 

Die Autoren raten, nicht die einzelnen Subtests zu interpretieren, sondern die einzelnen Module.

 

 

Die  Module können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination vorgegeben werden.

Die Subtests sollten in der Reihenfolge bearbeitet werden, wie sie vorgesehen sind.

 

 

Testdauer:

  • 2 Std. und 23 Min. (Gesamttest + Instruktionen)

Einzel- vs. Gruppentestung

  • Der Test kann sowohl als Einzel- als auch als Gruppentestung durchgeführt werden.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Test als Computertest durchzuführen.

Paralleltests vorhanden?

Der Test beinhaltet eine Testform A und eine Testform B, welche jedoch als Pseudoparallelformen konzipiert wurden, d.h. die Items wurden lediglich in ihrer Reihenfolge verändert.

 

Gütekriterien

Gütekriterium
Erfüllung 
Begründung
Durchführungsobjektivität ausreichend erfüllt

 

klar strukturiertes Instruktionsheft mit wortwörtlichen Instruktionen

 

Auswertungsobjektivität ausreichend erfüllt

 

standardisiertes Test- bzw. Auswertungsmaterial vorhanden

 

Interpretationsobjektivität ausreichend erfüllt

 

klare Definition der Fähigkeiten die erfasst werden sowie umfangreiche Informationen zu Normdaten

 

+ Zwei Fallbeispiele

 

Retest - Reliabilität zufriedenstellend bis sehr gut

 

Intervall 6 Wochen oder 9 Monate

 (Werte zwischen .59 und .93)

 

Interne Konsistenz

 zufriedenstellend

 

auf Modulebene Werte zwischen Alpha =.78 und Alpha =.95

 

 

Gesamttest - Reliabilität

 

 sehr hoch

Alpha =.98

 

Konstruktvalidität

 

zufriedenstellend

 

mittlere bis hohe Korrelationen mit

(r =.65 - r =.90):

IST2000, CFT-3, LGT-3, BIS-r-DGP, KLT-R, FRT, Wonderlic Intelligenztest

sowie zwischen den einzelnen Modulen

 

diskriminative Validität

zufriedenstellend

 

niedrige Korrelationen mit:

AMS-R (Leistungsmotivation), TAI (Testängstlichkeit), NEO-PI-R (Skala Gewissenhaftigkeit

 

Normierung

erfüllt

 

Normdaten (42.000 Personen) vorhanden

- zusammengesetzt aus eignungsdiagnostisch relevanten Gruppen

- ABER: keine Bevölkerungsrepräsentativität

- Normtabellen gestaffelt nach Altersgruppen, Bildungsniveau sowie eine Kombination dessen

- beste Differenzierungsfähigkeit: in der Altersgruppe 14-42 Jahren

- nur wenig Normdaten für Personen über 43 Jahre vorhanden

- Normen sind nicht getrennt nach  paper-pencil-Version und Computerversion

 

Unverfälschbarkeit (Störanfälligkeit)

ausreichend erfüllt

 

ausreichend Inormationen vorhanden zur Testdurchführung und wie die Testmaterialien gestaltet sein sollten, außerdem Anleitungen zu Rahmenbedingungen

 

Skalierung

Überprüfung nicht möglich

 

Ökonomie

 sehr gut

 

Zumutbarkeit

sehr gut

 

Akzeptanz

hoch

 

Vor- und Nachteile des Tests

Vorteile:

  • eignet sich sehr gut für eignungsdiagnostische Fragestellungen im Altersbereich 14 - 28 Jahre

Nachteile:

  • außerhalb der klar definierten Personengruppen ist der Test nur mit Einschränkungen anwendbar
  • Normstichproben erfassen vor allem sehr junge Testpersonen
  • einige Normstichproben fallen nur sehr gering aus
  • bei den Subtests: Wissen-Wirtschaft und Wissen-Informationstechnologie ist aufgrund der Kultur- und Bildungsabhängigkeit von einer raschen Veraltung der Items auszugehen (aufgrund des schnellen Forschritts der Technik und Erkenntnisse), dies wiederum hätte einen Verlust der Akzeptanz der zu Testenden zur Folge
  • Pseudoparallelformen des Tests könnten Lern- und Übungseffekte mit sich bringen.
  • Fehlende Überprüfung der Skalierung

 

Quellen:

 

Koch, H. (2008). Testbesprechung. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 40(4), 208-212.

DOI:10.1026/0049-8637.40.4.208

 

Bildquellen:

 

http://www.testzentrale.ch/typo3temp/pics/WIT-2_web_tz_fe396260a8.gif

http://www.kersting-internet.de/pics/folie11.png