Transtheoretisches Modell der Veränderungsbereitschaft (TTM, Prochaska & Di Clemente, 1986)

 

Beim Transtheoretischen Modell der Veränderungsbereitschaft (TTM) handelt es sich ursprünglich um ein Modell, anhand dessen intentionale Verhaltensänderungen, v.a. im Suchtbereich,  beschrieben, erklärt, vorhergesagt und beeinflusst werden sollten.  Es wurde mittlerweile jedoch auf viele verschiedene Gesundheitsverhaltensweisen adaptiert (z.B. sportliche Aktivitäten, Alkoholkonsum, Ernährung).

 

 Das Modell teilt den Veränderungsprozess in sechs Phasen ein:

 

  1. Precontemplation: hierbei handelt es sich um die Phase der Absichtslosigkeit, d.h. der Betroffene hat noch keine konkrete Absicht entwickelt, etwas an seinem problematischen Verhalten zu verändern (z.B. mit Rauchen aufhören)--> im therapeutischen Setting ist es in dieser Phase vor allem wichtig, den Betroffenen wenig zu drängen, ihm jedoch trotzdem Informationen zu den negativen Konsequenzen seines Verhaltens oder Konsums zu vermitteln
  2. Contemplation: dies ist die Phase des Problembewusstseins und der Absichtsbildung, d.h. die Personen planen, irgendwann ihr problematisches Verhalten zu verändern. In diesem Stadium ist es vor allem wichtig, die positiven Konsequenzen einer Veränderung herauszuarbeiten.
  3. Preparation: im Vorbereitungsstadium kommt es zur Veränderungsbereitschaft bei der betroffenen Person. Therapeutisch gilt es nun, realistische Veränderungsziele zu erarbeiten und zu definieren  sowie erste kleine Schritte in Richtung Veränderung auszuprobieren.
  4. Action: in der Handlungsphase werden dann konkrete Veränderungen in Angriff genommen und eingeleitet (z.B. Entwöhnungsbehandlung, Besuch einer Selbsthilfegruppe, Anti-Aggressionstraining).
  5. Maintenance: die nächste Phase ist die Phase der Aufrechterhaltung, in der die Betroffenen bereits über einen längeren Zeitraum hinweg ihr problematisches Verhalten aufgegeben haben. Therapeutisch gilt es nun, v.a. Kompetenzen zur Bewältigung von Rückfällen aufzubauen.
  6. Termination: die letzte Phase dient ebenfalls der Aufrechterhaltung und dem dauerhaften Ausstieg, d.h. das alte problematische Verhalten wurde dauerhaft aufgegeben und ein neues Verhaltensmuster konnte verinnerlicht und aufrechterhalten werden. (Dieses Stadium ist im ursprünglichen Modell von Prochaska & DiClemente nicht enthalten, sondern wurde nachträglich hinzugefügt)

 

Auf diesem Modell basiert auch die "klassische" Versorgungsstruktur für Drogenabhängige.

 

Kurz und Kompakt

Die sechs Phasen des Veränderungsprozesses sind:

1. Precontemplation (Stadium der Absichtslosigkeit)

2. Contemplation (Phase des Problembewusstseins)

3. Preparation (Vorbereitungsstadium)

4. Action (Handlungsphase)

5. Maintenance (Phase der Aufrechterhaltung)

6. Termination (dauerhafter Ausstieg und Aufrechterhaltung)

 

 

Falls Fragen oder Anregungen zu diesem Modell entstehen, kann dieser Bereich genutzt werden, um diese eventuell gemeinschaftlich zu klären oder um sich gemeinschaftlich auszutauschen.

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