Formen von Persönlichkeitsstörungen

Schizoide Persönlichkeitsstörung

ICD-10:           F60.1

 

DSM-IV:        301.20

 

 

Gekennzeichnet ist die schizoide Persönlichkeitsstörung durch:

  • Distanziertheit, d.h. in sozialen Beziehung verhält sie sich häufig distanziert und möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden,
  • sie neigen daher eher dazu, Kontakte zu anderen zu vermeiden und beschäftigen sich lieber mit sich selbst
  • sie ziehen sich häufig zurück und leben isoliert
  • die Bandbreite ihres Gefühlsausdrucks in sozialen Interaktionen ist beschränkt.

 

Personen mit einer schizoiden Persönlichkeit sind oft extreme Einzelgänger, die keine Freude an engen Beziehungen haben. Sie werden häufig als kühl und unnahbar erlebt. Somit liegt ihre größte Beeinträchtigung im Bereich des zwischenmenschlichen.

 

Berühmte Personen mit schizoider Persönlicheitsstörung

 

  Bekannte Personen die an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung gelitten haben, sind z.B.:

  • Frederic Chopin (1810 - 1849) - Komponist
  • Rainer Marie Rilke (1875 - 1926) - Dichter
  • Immanuel Kant (1724 - 1804) - Philosoph
Immanuel Kant - Philosoph
Immanuel Kant - Philosoph

Prävalenz

Die Prävalenzrate der schizoiden Persönlichkeitsstörung liegt bei <1%.

 

 

Differentialdiagnose

Abzugrenzen ist die schizoide Persönlichkeitsstörung von:

 

Komorbidität

Die schizoide Persönlichkeitsstörung tritt häufig gemeinsam auf mit:

 

 

Ursachen / Entstehung

Personen mit schizoider Persönlichkeitsstörung weisen  häufig erhöhte frühkindliche Belastungsfaktoren auf. Dazu zählen unter anderem:

  • eine Familienatmosphäre, die charakterisiert ist durch Konflikte und Krankheiten,
  • höhere Geschwisteranzahl,
  • geringere Altersabstände,
  • geringerer Bildungsstand der Eltern.

Ihr  Bindungsstil ist häufig ein unsicher-distanzierter. Dieser distanzierte Bindungsstil könnte eine Abwehrmaßnahme darstellen gegen enge (nahe) Beziehungen, die von den Betroffenen als potentiell bedrohlich empfunden werden.

 

 

Buchquellen:

 

Lange-Eichbaum, W. & Kurth, W. (1979): Genie, Irrsinn und Ruhm (Band 1-11). München: Ernst Reinhardt Verlag.

 

Trautmann, R.D. (2004). Verhaltenstherapie bei Persönlichkeitsstörungen und problematischen Persönlichkeitsstilen. Stuttgart: J.G. Cotta´sche Buchhandlung Nachfolger GmbH.

 

Wittchen, H.U. & Hoyer, J. (Hrsg.) (2006). Klinische Psychologie & Psychotherapie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

 

Wittchen, H.U. (1998). Handbuch Psychische Störungen. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

 


Internetquellen:

 

http://psychiatrie-heute.net/pdf/faust1_macht.pdf

http://home.arcor.de/pahaschi/genies.htm

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychohygiene/genie.html

 

Bildquelle:

http://www.preussen-chronik.de/bilder/231_Immanuel_Kant.jpeg

http://m3.paperblog.com/i/4/48584/diagnose-einsamkeit-L-yONtk9.jpeg