Persönlichkeitsmerkmale

Need for cognition (Bedürfnis Wissen zu erwerben)

Definition

  • Need for cognition (NFC) stellt die stabile, individuelle Disposition dar, sich für kognitiv komplexe Inhalte zu interessieren, sich damit zu beschäftigen und Spaß daran zu haben.
  • Es handelt sich somit um eine Dimension innerhalb der kognitiven Motivation, in welcher sich Personen unterscheiden.

Zusammenhang mit Elaboration-Likelihood-Modell (ELM)

  • Personen scheinen sich darin zu unterscheiden, wieviel kognitiven Aufwand sie in komplexe Aufgaben investieren.
  • Viel Aufwand investieren Personen mit hohen NFC-Werten oder hoher Motivation.
  • Wenig Aufwand investieren Personen mit niedrigen NFC-Werten oder geringer Motivation.
  • Je nachdem wie hoch die Motivation, oder wie in diesem Fall NFC ausgeprägt ist, wählen Personen entweder die zentrale Route der Informationsverarbeitung oder die periphere Route.

Korrelate

  • Personen die eine hohe NFC-Ausprägung besitzen, denken intensiver über Informationen, Ereignisse, Argumente oder auch das Verhalten anderer Menschen nach.
  • Außerdem sind Personen mit hoher NFC-Ausprägung weniger ablenkbar durch periphere Hinweisreize, d.h. sie legen ihren Fokus auf die zentralen Informationen.
  • Damit weisen sie eine höhere Wahrscheinlichlichkeit auf, zentral zu verarbeiten.
  • Zudem zeigte sich, dass sie sich schon in sehr frühen bottom-up Phasen  stärker neuen, potenziell interessanten Reizen zuwenden (höhere kognitive Ressourcenzuweisung).
  • Personen mit einer hohen NFC-Ausprägung zeigen außerdem bessere Wiedererkennungs- und Erinnerungsleistungen, eine höhere Genauigkeit von Erinnerungsleistungen, eine bessere Leistung in kognitiven Aufgaben, eine bessere Herangehensweise bei Problemlösen und Entscheidungsverhalten, sowie eine höhere Präferenz für komplexe Aufgaben und Inhalte.

Erfassung von NFC

  • Die NFC-Disposition kann anhand einer NFC-Skala als Fragebogenmaß erfasst werden.
  • Der Fragebogen liegt auch in einer deutschen Version von Bless et al. (1994) vor. Die Gütekriterien der Skala sind zufriedenstellend.
  • Der Nachteil dieser Skala ist, dass bestimmte Antworttendenzen sowie sozial erwünschte Antworten nicht ausgeschlossen werden können.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Erfassung des Merkmals stellt ein Impliziter Assoziationstest (IAT) zur Erfassung von NFC dar.