Intelligenz

emotionale Intelligenz

Modelle

  • Modelle emotionaler Intelligenz können grob in zwei Kategorien eingeordnet werden:
  1. Ability-Modelle
  2. mixed-models.
  • Ability-Modelle betrachten emotionale Intelligenz als eine Fähigkeit, welche anhand von Leistungstests erfasst werden kann.
  • Vertreter dieses Fähigkeitsmodells sind Salovey und Mayer (1990, 1997).
  • Mixed-models betrachten emotionale Intelligenz als Kombination von Persönlichkeitsmerkmalen, welche anhand von Selbsteinschätzungs-Fragebögen erfasst werden kann.
  • Vertreter dieses Ansatzes war zum Beispiel Bar-On (1997).

Defintion nach Goleman (1995)

Daniel Goleman
Daniel Goleman
  • Einer der ersten Forscher der emotionale Intelligenz publik machte war Daniel Goleman. Sein Buch "Emotional Intelligence: Why it can matter more than IQ" wurde in vielen Ländern zum Bestseller und führte dazu, dass sich die Wissenschaft diesem Thema verstärkt zuwandte.
  • Seine Definition emotionaler Intelligenz lautete:
  • " The abilities called here emotional intelligence, which include selfcontrol, zeal and persistence, and the ability to motivate oneself." (Goleman, 1995a)
  • Der Nachteil dieser Definition ist, dass sie sehr selbstbezogen ist.

Definition nach Salovey and Mayer (1997)

  • Einen anderen Ansatz (Fähigkeitsmodell) verfolgten Mayer und Salovey. Sie definierten emotionale Intelligenz wie folgt:
  • "Emotional intelligence is the set of abilities that account for how people`s emotional perception and understanding vary in their accuracy. More formally, we define emotional intelligence as the ability to perceive and express emotion, assimilate emotion in thought, understand and reason with emotion, and regulate emotion in the self and others." (Mayer & Salovey, 1997)
  • Emotionale Intelligenz besteht demzufolge aus 4 Aspekten, welche hierarchisch angeordnet sind:
  1. Emotions-Wahrnehmung (Emotion Perception)
  2. Emotions-Assimilation (Emotion facilitation of thought)
  3. Emotions-Verständnis (Emotion understanding)
  4. Emotions-Managment (Emotion regulation).
  • In der ursprünglichen Fassung ihres Modells (1990) unterschieden sie nur drei Dimensionen (Erkennen und Ausdrücken von Emotionen, Emotionsregulation, adaptive Nutzbarmachung von Emotionen), welche sie 1997 jedoch erweiterten auf 4 Dimensionen (siehe oben).

 

 

Definition nach Reuven Bar-On (1997)

  • Bar-On definierte emotionale Intelligenz folgendermaßen:
  • "Emotional intelligence is...an array of noncognitive capabilities, competencies, and skills that influence one´s ability to succeed in coping with environmental demands and pressures." (Bar-On, 1997, S. 14)
  • Er betrachtet demzufolge emotionale Intelligenz als eine Reihe von nicht-kognitiven Fähigkeiten, Kompetenzen und Fertigkeiten, die die Fähigkeit einer Person beeinflussen, mit den Anforderungen und Belastungen ihrer Umwelt erfolgreich umzugehen.
  • Emotionale Intelligenz umfasst seiner Auffassung nach 10 essenzielle Persönlichkeitsmerkmale:
  1. emotionales Selbstbewusstsein,
  2. Selbstachtung,
  3. Empathie,
  4. Stresstoleranz,
  5. Impulskontrolle,
  6. Assertivität,
  7. Interpersonale Beziehungen,
  8. Flexibilität,
  9. Realitätsbezug,
  10. soziales Problemlösen.
  • Hinzu kommen 5 "facilitators", welche jedoch nicht als konstituierende Komponenten emotionaler Intelligenz betrachtet werden:
  1. Glück,
  2. Unabhängigkeit,
  3. Selbstaktualisierung,
  4. Optimismus,
  5. soziales Verantwortungsgefühl.

Wie kann emotionale Intelligenz erfasst werden?

  • Das Fähigkeitsmodell von Mayer und Salovey dient als Grundlage für den Mayer-Salovey-Caruso Emotional Intelligence Test (MSCEIT).

 

 

 

Quellen:

 

Mayer, J.D. & Salovey, P. (1997). What is emotional intelligence? In P.Salovey & D. Sluyter (Hrsg.). Emotional development and emotional intelligence: Implications for educators (S.3-31). New York: Basic Books.

 

Mayer, J.D., Salovey, P. & Caruso, D.R. (2004). Emotional intelligence: Theory, findings, and implications. Psychological Inquiry, 15, 197-215.

 


Neubauer, A.C. & Fink, A. (2006). Differentielle Psychologie: Leistungsfunktionen. In K. Pawlik (Hrsg.), Handbuch der Psychologie (S. 319-336). Heidelberg: Springer.

 

Bildquellen:

 

http://www.i-bux.com/images/Goleman.jpg

http://www.testzentrale.de/programm/mayer-salovey-caruso-test-zur-emotionalen-intelligenz.html#details

http://www.6seconds.org/images-static/salovey200.jpg

 

Link-Empfehlung:


http://www.emotionaliq.org/MSCEITExamples.htm