Intelligenz

Definition

Wechsler (1964, S.13):

 

" Intelligenz ist die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen."

 

Quelle:

 

Wechsler, D. (1975). Intelligence defined and undefined: A relativistic appraisal. American Psychologist, 30, 135-139.


Intelligenz als Konstrukt

  • Intelligenz als Konstrukt besteht aus mehreren Subkonstrukten:
  1. akademische Intelligenz
  2. praktische Intelligenz
  3. operative Intelligenz
  4. soziale Intelligenz
  5. emotionale Intelligenz
  6. Kreativität.
  • Intelligenz als Problemlösefähigkeit manifestiert sich demnach in verschiedenen Problembereichen.
  • Akademische Intelligenz hilft beim Lösen abstrakter Probleme.
  • Praktische Intelligenz bezieht sich auf praktische Probleme (z.B. Schuhe zubinden)
  • Soziale Intelligenz ist notwendig bei zwischenmenschlichen Problemen.
  • Emotionale Intelligenz hilft bei emotionsbezogenen Problemen.
  • Operative Intelligenz wird benötigt, wenn komplexe Probleme vorliegen.
  • Kreativität ist nützlich bei unzureichend gelösten Problemen.

Was sind die Ursachen für unterschiedliche individuelle Intelligenzleistungen?

  • Die Frage lässt sich nicht ganz eindeutig klären. Es gibt vielmehr verschiedene Theorien darüber, wie unterschiedliche Intelligenzleistungen zustande kommen.
  • Man unterscheidet ganz allgemein erst einmal zwischen :
  1. Strukturtheorien und
  2. Prozesstheorien der Intelligenz.
  • Strukturtheorien untersuchen Teilleistungen der Intelligenz sowie die individuellen Ausprägungen dieser Leistungen. 
  • Prozesstheorien hingegen untersuchen die Prozesse die den Intelligenzleistungen zugrunde liegen und wie diese Prozesse zusammenwirken. Hier liegt der Fokus deshalb unter anderem auf kognitiven Korrelaten und kognitiven Komponenten, d.h. es wird die Güte der Informationsverarbeitung betont.

allgemeinpsychologisches Informationsverarbeitungsparadigma

Kognitive-Korrelate-Ansatz

  • Das Hauptaugenmerk dieses Ansatzes liegt auf kognitiven Prozessen.
  • Das bedeutet, dass man davon ausgeht das psychometrisch unterschiedliche  Intelligenzgruppen vorliegen und man nun diejenigen elementaren Prozesse herausfinden muss, in denen sich die beiden Gruppen (z.B. hoch-intelligente Personen und niedrig-intelligente Personen) unterscheiden.
  • Zu diesen Prozessen zählen unter anderem :
  1. die Neuronale Effizienz
  2. das Arbeitsgedächtnis
  3. Mental Speed
  4. und Aufmerksamkeit und Konzentration.
  • Diesem Ansatz zufolge beruhen die Intelligenzunterschiede also zum einen in der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses und zum anderen auf Differenzen in der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitungsprozesse.

 

Mental Speed:

  • Die Grundannahme ist, dass die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit Unterschiede in Intelligenzleistungen beeinflusst.
  • So fanden Jensen und Kollegen (1989) zum Beispiel heraus, dass bei einfachen Wahrnehmungsaufgaben eine mittlere Korrelation (-.30) vorliegt, zwischen der Darbietungszeit und dem IQ. Die Probanden bekamen sehr kurz zwei Linien dargeboten und sollten anschließend entscheiden, ob diese beiden Linien gleich lang sind.
  • Der methodische Zugang erfolgt demnach über sehr einfache Aufgaben, also Aufgaben die kein Vorwissen erfordern und zusätzlich in verschiedene Speed-Komponenten (z.B. movement time, inspection time, response time) zerlegt werden können.
  • Neubauer (1995) kam zu dem Schluss, dass intelligente Personen Informationen schneller wahrnehmen und verarbeiten können als Personen die weniger intelligent sind.

Kognitive-Komponenten-Ansatz

  • Dieser Ansatz setzt an Leistungen in einzelnen Test-Items an und versucht herauszufinden, welche Stadien der Informationsverarbeitung für die Unterschiede zwischen den Gruppen (hoch-intelligent vs. niedrig-intelligent) verantwortlich sind.
  • Intelligenz wird hierbei als die Fähigkeit verstanden, sich Informationen anzueignen, diese zu speichern, sich daran zu erinnern, die Informationen zu vergleichen und zu verbinden.