Klassifikatorische Diagnostik

Da es bei psychischen Störungen keine eindeutigen labordiagnostischen Tests gibt zur Diagnosestellung, ist der Diagnostiker weitestgehend auf subjektiv-verbale Indikatoren und Verhaltensbeobachtungen angewiesen.

 

Die Zuweisung von Diagnosen zu den jeweiligen Symptomkomplexen eines Individuums nennt man klassifikatorische Diagnostik.

 

Unterschieden werden können außerdem:

  • die Prozessdiagnostik
  • die funktionale Diagnostik
  • und die Strukturdiagnostik.

Allgemeine Aufgaben klassifikatorischer Diagnostik

  • das reliable Ableiten der Diagnosen
  • die wissenschaftliche Erforschung der psychischen Störungen
  • Präzision, Validierung und Differenzierung von Symptomen und Syndromen anhand wissenschaftlicher Untersuchungen (Differenzialdiagnostik)
  • Abgabe einer Prognose
  • Institutionelle Zuweisung
  • Qualitätskontrolle
  • Qualitätssicherung
  • Entwicklung von Diagnoseverfahren ( + Screeningverfahren)
  • juristische, versicherungsrechtliche und abrechnungstechnische Belange

 

Kritik an traditionellen Klassifikationssystemen psychischer Störungen

  • mangelhafte Reliabilität
  • die Stigmatisierungsgefahr ist immernoch sehr hoch
  • zwischen den verschiedenen vorherrschenden "Schulen", sowie den existierenden Institutionen oder auch zwischen den einzelnen Ländern herrscht keine Übereinstimmung
  • keine therapeutische und prognostische Validität
  • die Bindung an in der Forschung vorherrschende wissenschaftliche Kriterien ist nicht vorhanden

Einführung des DSM - III

Die Einführung des DSM - III (1980) bildete den Wendepunkt in der Klassifikation psychischer Störungen.

 

Herausgebracht wurde das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM - III) von der American Psychiatric Association (APA).

 

Quellen:

 

Wittchen, H.U. & Hoyer, J. (Hrsg.) (2006). Klinische Psychologie & Psychotherapie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag.