Binge-Eating-Störung

Diagnosekriterien

DSM-IV-TR

Bei der Binge-Eating-Störung treten wiederholte Episoden von Essanfällen auf, die dadurch charakterisiert sind, dass die betroffene Person eine größere Nahrungsmenge innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu sich nimmt, als es der Großteil der Menschen unter ähnlichen Bedingungen  tun würde, und dass sie während des Essanfalles das Gefühl hat, keine Kontrolle über das Essen zu haben (bezüglich des Beendens, der Art der Nahrung, der Menge der Nahrung usw.).

 

Zudem müssen die Essanfälle zusammen mit mindestens drei der folgenden Symptome auftreten:

  1. die Betroffenen essen wesentlich schneller als sie dies unter normalen Umständen tun würden,
  2. sie essen solange bis es zu einem unangenehmen Völlegefühl kommt,
  3. sie essen nicht in der Gesellschaft anderer Menschen, aufgrund der Menge die sie verspeisen,
  4. sie essen ohne, dass sie hungrig sind,
  5. und sie ekeln sich vor sich selbst, sind deprimiert oder weisen Schuldgefühle nach dem Essanfall auf.

 

Die betroffenen Patienten müssen außerdem deutlich unter ihren Essanfällen leiden und die Essanfälle treten für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten an mindestens 2 Tagen der Woche auf.

 

Die Binge-Eating-Störung darf nicht diagnostiziert werden, wenn die Essanfälle in Zusammenhang mit einer Anorexia oder Bulimia Nervosa stehen. Dann ist diesen Diagnosen den Vorrang zu geben. Außerdem gehen die Essanfälle nicht einher mit einem regelmäßigen Einsatz von kompensatorischen Maßnahmen zur Gewichtskontrolle (z.B. Erbrechen, Abführmittel).

 

 

ICD-10

Im ICD-10 gibt es bisher keine Binge-Eating-Störungs-Diagnose sondern lediglich die Diagnose "nicht näher bezeichnete Essstörungen".

Epidemiologie

Die Binge-Eating-Störung scheint unter den Essstörungen eine der häufigsten Störungen zu sein,mit einer Punktprävalenz von 1-3% (Striegel-Moore & Franko, 2003).

 

Ihre Punktprävalenz liegt bei 1,5% und ihre Lebenszeitprävalenz bei 3,2%. Außerdem schein es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern zu geben (Perrez & Baumann, 2011).

Quellen und Literaturempfehlungen

Striegel-Moore, R.H. & Franko, D.L. (2003). Epidemiology of binge eating disorder. International Journal of Eating Disorders, 34, 19-29.