Sollte die Diagnose der Persönlichkeitsstörungen schon vor dem 16. Lebensjahr vergeben werden dürfen?

 

 

Welche Argumente sprechen dafür, und welche dagegen?

 

Welche Vorteile würde diese frühe Diagnose-Vergabe mit sich bringen? Und welche Nachteile?

 

Was glauben Sie, welche gesellschaftlichen Auswirkungen solch eine zeitige Diagnose für die Jugendlichen mit sich bringt?

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniel (Mittwoch, 26 April 2017 16:59)

    Meiner Meinung nach sollte eine Diagnose - falls selbst oder von den jeweiligen Eltern erwünscht - schon vor dem 16. Lebensjahr eines Jugendlichen gestellt werden, trotzdem sollte man vorsichtig sein mit der Pathologisierung diverser Defizite psychologischen Ursprungs, da sich junge Menschen durchaus binnen weniger Jahre rasch verändern können und es somit - je nach vorliegender Persönlichkeitsstörung - keine absoluten Diagnosergebnisse gibt. Der Vorteil einer frühen Diagnose läge darin, dass Jungendliche selbst oder durch fremde Hilfe früh genug nachhaltig bezogene, psychologisch fundierte Veränderungsmaßnahmen erwägen könnten, da sich die Persönlichkeit eines jungen Menschen noch nicht all zu sehr verfestigt hat und somit im Großen und Ganzen formbar ist.

    Auch der anderen Seite bringt eine zu frühe Diagnose die Gefahr mit sich, dass der jeweilige Diagnostizierte einer langanhaltenen - oder falls schon vorhanden - stärkeren Depression unterliegen könnte, nachdem er weiß, was wirklich in ihm vorgeht und er sich somit nicht mehr als wertvollen, anerkannten Teil der Gesellschaft wahrnimmt.

    Bezogen auf die gesellschaftlichen Auswirkungen lässt sich sagen, dass Menschen im Grunde genommen immer nur jenes nach Außen tragen können, was sich in ihrer eigenen psychologischen inneren Welt abspielt. Je mehr ein Mensch mit sich selbst ins Reine kommt; also frei ist von jedweden psychologischen Defiziten, desto mehr Frieden trägt er in die äußere Welt. Dieser Frieden spiegelt sich schlussendlich insbesondere im Umgang; also der gemeinsamen Interaktion mit anderen Menschen wieder.

    Herzlichst,
    Daniel